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Markus Groß ist Gründer und Administrator dieses Blogs und verfügt über umfassende Erfahrung in strategischen IT-Themen. Sein fachlicher Schwerpunkt liegt auf IT-Governance und Compliance, insbesondere in der Anwendung von COBIT, der Umsetzung regulatorischer Anforderungen wie DORA oder NIS2 und dem Aufbau belastbarer Steuerungsstrukturen. Im Bereich Service-Management bringt er langjährige Praxis mit ITIL sowie der Einführung von Best Practices ein.

Ein weiterer Kernbereich seiner Arbeit ist die Informationssicherheit, mit besonderem Fokus auf den Aufbau und die Weiterentwicklung von ISMS nach ISO27001 sowie BSI IT-Grundschutz, die Entwicklung von Sicherheitsstrategien und die Umsetzung von BYOD-Konzepten. Darüber hinaus ist Markus Groß versiert im Projektmanagement und wendet Methoden wie PRINCE2, LEAN/SIX SIGMA und agile Ansätze gezielt an, um Projekte effizient und erfolgreich zu steuern.

In seinen Beiträgen verbindet er fundierte Analysen mit praxisnahen Empfehlungen. Sein Ziel ist es, Leserinnen und Lesern tiefgehende, sachlich fundierte Einblicke zu geben, die sie in der strategischen Ausrichtung ebenso unterstützen wie in der operativen Umsetzung von IT-, Sicherheits- und Compliance-Vorhaben.

Lieferketten im Stress: DORA trifft ESG

Lieferketten im Stress: DORA trifft ESG

Lieferketten sind das Kreislaufsystem der digitalen Finanzwirtschaft: durch sie fließen Rechenleistung, Software, Daten, Identitäten, Beratung, Rechenzentrumsfläche, Cloud-Services, Zahlungsplattformen, Support. Lange wurde über sie gesprochen, als ginge es um Einkaufskonditionen oder Service Levels. Heute stehen sie im Mittelpunkt zweier Aufsichtswelten, die sich nicht mehr ignorieren lassen: digitale Resilienz nach DORA und Nachhaltigkeit nach ESG-Regimen wie CSRD, CSDDD, Lieferketten- und Umweltauflagen. Was früher zwei parallele Gespräche waren – Sicherheit hier, Nachhaltigkeit dort –, verwandelt sich in eine einzige Führungsaufgabe. Denn dieselben Lieferanten, die Kernprozesse am Laufen halten, sind zugleich Ursprung von CO₂-Fußabdrücken, Menschenrechts- und Umwelt­risiken, Daten- und KI-Fragen.

Dieser Beitrag zeigt, warum die beiden Welten sich gerade ineinander verschrauben, weshalb klassische Third-Party-Checklisten scheitern, wie ein integriertes Steuerungsmodell für DORA- und ESG-Pflichten aussieht, welche Metriken zählen, wie Verträge zu Führung werden, welche Anti-Patterns sicher ins Aus führen – und wie sich in 180 Tagen ein Fundament legen lässt, das Prüfungen besteht und Betriebe stabilisiert. Kurz: Wie man Lieferketten im Stress in eine belastbare, prüfbare, zukunftsfähige Architektur überführt.


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Risikoquantifizierung 2.0: Wenn Bauchgefühl durch Daten ersetzt wird

Risikoquantifizierung 2.0: Wenn Bauchgefühl durch Daten ersetzt wird

„Das Bauchgefühl war bisher gar nicht so schlecht“ – dieser Satz fällt in Vorständen erstaunlich oft, wenn es um Risikoentscheidungen geht. Und ja: Erfahrung, Intuition und Brancheninstinkt sind wertvoll. Aber sie sind nicht reproduzierbar, nicht auditierbar und nicht skalierbar. Spätestens wenn Risiken mit Technologiegeschwindigkeit wachsen, Lieferketten global verästeln, Regulierungen Evidenz verlangen und Budgets knapp sind, kommt die Stunde der Risikoquantifizierung 2.0: ein Set aus Daten, Modellen, Messpunkten, Routinen und Kultur, das Unsicherheit nicht romantisiert, sondern handhabbar macht – ohne den Irrtum zu pflegen, man könne die Zukunft exakt berechnen. Es geht nicht um Zahlenfetisch, sondern um entscheidungsreife Transparenz: So viel Risiko können wir tragen, so schnell müssen wir reagieren, so stark wirken Maßnahmen, so teuer ist Verzögerung. Dieser Beitrag zeigt, wie der Sprung gelingt – von Scorecards und Farbfeldern zu belastbaren Verteilungen und Zeit-Kosten-Profilen; von Einmalstudien zu laufender Beweisführung; von Bauchgefühl zu messbarem Ermessen.

1) Wozu quantifizieren? Vom Schönreden zum Steuern

Die Grundfrage ist banal und radikal zugleich: Wieviel Risiko können wir uns leisten, um unsere Ziele zu erreichen? Die klassische Heatmap beantwortet sie kaum. Sie ordnet ein, färbt ein, schafft Konsens – aber selten Entscheidungen. Risikoquantifizierung 2.0 macht aus Diskussionen Handlungsoptionen:


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Von Silos zu Systemen: Wie GRC endlich integriert funktioniert

Von Silos zu Systemen: Wie GRC endlich integriert funktioniert

GRC – Governance, Risk & Compliance – galt jahrelang als vernünftiger Dreiklang, in der Praxis aber oft als Dreifaltigkeit der Silos. Governance schrieb Richtlinien, Risk malte Heatmaps, Compliance pflegte Ordner – jede Disziplin korrekt im eigenen Kosmos, selten im Gleichklang. Das Ergebnis: viele Aktivitäten, wenig Wirkung. Heute, mit überlappenden Aufsichten (DORA, NIS2, AI Act, CRA, CSRD), komplexen Lieferketten und softwaregetriebener Wertschöpfung, bricht dieses Modell sichtbar. Was fehlt, ist kein weiterer Standard, sondern eine Arbeitsweise, die GRC zu einem System macht: aus einem Guss geplant, aus Daten gespeist, im Betrieb verankert, mit Nachweisen, die aus dem Tun entstehen – nicht aus dem Nachzeichnen. Dieser Beitrag zeigt, wie die Integration gelingt: organisatorisch, technisch, kulturell. Und warum „integriert“ nicht bedeutet, alles zu zentralisieren, sondern Schnittstellen so zu gestalten, dass Arbeit fließt.

1) Warum die alte GRC-Logik scheitert – und zwar zuverlässig

Silos sind bequem. Jedes Team setzt seine Tools, seine Taxonomie, seine KPIs. Doch drei strukturelle Brüche machen das alte Modell unhaltbar:


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Vertrauen, aber prüfen: Warum Lieferketten zur Achillesferse werden

Vertrauen, aber prüfen: Warum Lieferketten zur Achillesferse werden

Vertrauen ist die Währung des modernen Wirtschaftssystems. Ohne Vertrauen, dass Lieferanten liefern, Dienstleister leisten, Plattformen stabil bleiben und Updates sicher sind, stünde jede Organisation still. Doch genau an diesem Punkt entsteht ein Paradox: Je mehr wir auslagern, standardisieren und „as-a-Service“ konsumieren, desto öfter liegt der kritischste Teil unserer Wertschöpfung außerhalb unserer direkten Kontrolle. Lieferketten – ob physisch, digital oder organisatorisch – werden damit zur Achillesferse. Wer sie nur verwaltet, statt sie aktiv zu führen und zu prüfen, sammelt Risiken an genau den Stellen, die Angreifer lieben: dort, wo viele Pfade zusammenlaufen, Privilegien sich bündeln, Transparenz abnimmt und Verantwortung verschwimmt.

Dieser Beitrag blickt hinter die Buzzwords, ordnet typische Schwachstellen, zeigt konkrete Angriffswege – und vor allem: er macht greifbar, wie „Vertrauen, aber prüfen“ als Führungsprinzip funktioniert. Nicht als lähmendes Misstrauen, sondern als strukturierte, messbare Praxis, die Resilienz schafft.


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Audit Ready 2026: Warum Vorbereitung keine Kür mehr ist

Audit Ready 2026: Warum Vorbereitung keine Kür mehr ist

E s gibt ein Wort, das in vielen Unternehmen noch immer unterschätzt wird, obwohl es über Budgets, Zeitpläne und im Zweifel über die eigene Lizenz zum Geschäft entscheidet: Vorbereitung. Nicht im Sinne eines last-minute „Ordner-Pimpings“ vor dem Prüftermin, sondern als betriebliche Fähigkeit, die jeden Tag wirkt: Nachweise aus dem Betrieb heraus zu erzeugen, konsistent zu halten und auf Abruf bereitzustellen – ohne Hauruckaktionen, ohne Nachtschichten, ohne kollektives Überzeugungstheater. Genau diese Fähigkeit beschreibt „Audit Ready 2026“. Vorbereitung ist dann keine Kür mehr, sondern Pflichtprogramm: strategisch, operativ, messbar. Wer sie beherrscht, spart Zeit, reduziert Risiken, gewinnt Vertrauen – und kann sich aufs Geschäft konzentrieren, statt auf Panikfolien.

Die Lage ist eindeutig: Mit DORA, NIS2, AI Act, Cyber Resilience Act, CSRD, steuerlichen Digitalpflichten, neuen Prüfungsstandards und sektoralen Aufsichten hat sich die Taktung der Prüfungen erhöht und die Beweislast verschoben. Es reicht nicht mehr, zu sagen „wir haben etwas umgesetzt“. Gefordert sind Evidenzen, die zeigen, dass es wirkt – und zwar kontinuierlich. Auditfähigkeit ist damit kein Projektziel, sondern ein Betriebszustand. Dieser Beitrag erklärt, warum 2026 die Zäsur markiert, wo die alte „Auditvorbereitung“ endgültig scheitert, wie „Always Audit Ready“ praktisch aussieht, welche Metriken zählen, wie Lieferketten eingebunden werden, welche Anti-Patterns man vermeiden muss, und wie sich in 180 Tagen ein Fundament legen lässt, das hält.


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